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Dezember 2018

Allgemein/ Unsere Öle

Lein und Leinöl

Als wir 2015 den ersten Teil unserer zukünftigen Streuobstwiese kauften, standen dort noch Reben. Diese wurden gerodet und wir überlegten was wir mit dem wunderbaren Stück Land anfangen sollten. Schnell kam die Idee auf, dort ein paar Obstbäume und Kräuter zu pflanzen. Doch irgendwie schien der Boden so leer und es wuchsen wenige blütentragende Pflanzen. Meine Mutter erinnerte sich an die blühende Vielfalt unter den Obstwiesen aus ihrer Kindheit, eine Vielfalt welche ich nicht kannte. Zusammen mit meinem Bruder brachte sie irgendwann eine Mischung unterschiedlicher, heimischer Wildblumensaaten aus dem Landhandel mit. Schon das erste Jahr blühte sie mit einer wunderschönen Pracht und Vielfalt. Die Wiese erstrahlte mit gelben, weißen, blauen und roten Blüten. Vor allem das zarte Blau einer ca. 40 cm großen Pflanze faszinierte mich. Jeden Morgen öffneten sich neue Blüten, welche am Abend schon wieder verblüht waren. Blüten und reife Samen standen direkt nebeneinander und blühten den ganzen Sommer hindurch. Fleißig wurde die Blume von kleinen Wildbienen besucht. Als ich meine Mutter fragte was dies für eine schöne Blume wäre, sagte sie, dass es Lein (Linum) sei. Eine Pflanze aus der sowohl Kleidung als auch Öl hergestellt werden kann. Durch weitere Recherche fand ich heraus, dass es sogar unterschiedliche Leinarten gibt, wovon manche (z.b. der Ausdauernde Lein) stark bedroht sind.

Leinfeld Quelle: www.Shutterstock.com

Für die Leinölherstellung wird der Gemeine Lein (Linum usitatissimum) verwendet. Bereits seit über 10 000 Jahren wird Lein kultiviert und für Flachsfaser oder Öl verwendet. Früher war der Leinanbau in Deutschland weit verbreitet, heute gibt es nur noch wenige Anbauflächen und dementsprechend ist es schwierig an Saatgut aus Deutschland zu kommen. Wir beziehen unsere Leinsamen aus Baden-Württemberg. Die Saat wird schonend kaltgepresst und anschließend vom Trub getrennt. Erst dann wird es von Hand abgefüllt. Die Lagerung sollte stets Lichtgeschützt und möglichst kühl sein, so bleibt das Öl länger haltbar.

Leinöl sollte nicht erhitzt werden und ist für die kalte Küche, sowie zur Verfeinerung von Gerichtet gedacht. Sein leicht nussiger Geschmack peppt Salatsoßen, Dips, Quark- und Süßspeisen auf. Gerichte welche erhitzt wurden, kann man nachträglich durch das Öl aufwerten, z.b. Tagliatelle in Leinöl wenden und Kräuter zufügen.

In der Ernährungslehre spielt das Leinöl eine wichtige Rolle. Hier sind ein paar Links für weitere Informationen.

https://oelerini.com/leinoel

https://eatsmarter.de/lexikon/warenkunde/fette/leinoel